Physikerin Markéta Icha Kubánková mit Hermann-Neuhaus-Preis geehrt

Die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) hat Markéta Icha Kubánková, Postdoktorandin am Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts (MPL) und Max-Planck-Zentrum für Physik und Medizin (MPZPM), mit dem Hermann-Neuhaus-Preis ausgezeichnet. Der Preis prämiert Postdoktorand*innen für herausragende Leistungen an der Schnittstelle von Grundlagenforschung und Anwendung und ist mit einem Preisgeld von 25.000 Euro dotiert.

Erstmalig im Doppelpack verliehen: Die Preisträgerin Dr. Markéta Icha Kubánková (rechts) und der Preisträger Oren Moscovitz (links) gemeinsam mit dem Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft Dr. Patrick Cramer. © David Ausserhofer

Der diesjährige Hermann-Neuhaus-Preis wurde gleich zweimal vergeben, neben Markéta Icha Kubánková, MPL erhielt Oren Moscovitz, Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung, die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung.

Dr. Kubánková aus der Abteilung „Biologische Optomechanik“ von MPL-Direktor Prof. Jochen Guck, der gleichzeitig Sprecher des MPZPM ist, untersucht, ob und wie sich die physikalischen Eigenschaften von Zellen in menschlichem Blut oder Gewebe während einer Krankheit verändern. Sie möchte die Erkenntnisse über die mechanischen Zellveränderungen während einer Erkrankung für Diagnosezwecke nutzbar machen. Hierfür werden Zellen als physikalische Objekte verstanden und mit eigens entwickelten optischen Werkzeugen untersucht. Letztlich sollen die gewonnenen Erkenntnisse in medizinische Anwendungen umgesetzt werden. Die Forschungsarbeiten von Kubánková erfolgen in enger Zusammenarbeit mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und dem Universitätsklinikum Erlangen im Rahmen des neu gegründeten Forschungszentrums MPZPM in Erlangen.

„Der Erhalt des Hermann-Neuhaus-Preises ist der Verdienst des ganzen Teams und ich bin meinen Kolleginnen und Kollegen am MPL, MPZPM, der FAU und dem Universitätsklinikum Erlangen sowie allen anderen Beteiligten sehr dankbar für ihre Unterstützung. Wir werden das Preisgeld verwenden, um die medizinische Forschung voranzutreiben“, so Kubánková über die Auszeichnung. Ihre Forschungsarbeit leistete einen wichtigen Beitrag zur Gründung der Firma Rivercyte, die Geräte und Software für die Analyse der physikalischen Phänotypen von Zellen, einschließlich ihrer Verformbarkeit, Größe und morphologischen Merkmale, herstellt.

Die Technologie basiert auf der bildgebenden Zytometrie: Tausende von Einzelzellen fließen schnell durch einen engen mikrofluidischen Kanal. Von jeder Zelle wird ein Bild aufgenommen und ausgewertet. Die physikalischen Eigenschaften von Zellen spiegeln physiologische und pathologische Veränderungen in der Zellfunktion wider. Sie sind vielversprechende Biomarker für die Krankheitsdiagnose und -prognose.

Über den Hermann-Neuhaus-Preis

2008 wurde dem westfälischen Unternehmer Hermann Neuhaus posthum die Harnack-Medaille verliehen. Damit wurde dem größten Förderer der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) die höchste Auszeichnung der MPG verliehen. Zehn Jahre später, 2018, wurde der Hermann-Neuhaus-Preis ins Leben gerufen, der seitdem alle zwei Jahre vergeben wird. Ausgezeichnet werden herausragende Postdocs und Forschungsgruppenleiter*innen, die Forschung mit Anwendungspotenzial an einem Max-Planck-Institut betreiben. Hermann Neuhaus hatte testamentarisch festgelegt, dass mit seinem Vermächtnis u. a. Forschungsprojekte oder Preise aus dem medizinischen, naturwissenschaftlichen Bereich mit Anwendungsbezug unterstützt werden sollen. (Quelle: www.maxplanckfoundation.org/)

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