Dr. Clara Wanjura mit Gustav-Hertz-Preis ausgezeichnet
Dr. Clara Wanjura wird mit dem Gustav-Hertz-Preis geehrt und ist damit Trägerin eines der wichtigsten Preise 2026 der Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) für jüngere Forscher*innen. Mit der Auszeichnung würdigt die DPG die Gruppenleiterin des Max-Planck-Instituts für die Physik des Lichts (MPL) für ihre Beträge in zwei hochaktuellen Forschungsthemen, den neuromorphen Systemen und der nicht-hermitischen Topologie.
Die theoretische Physikerin erhält den Gustav-Hertz-Preis der DPG in Anerkennung ihrer bahnbrechenden Beiträge zu neuartigen Phänomenen und deren Anwendungen in komplexen photonischen Systemen. „Ihre Entwicklung eines allgemeinen Designprinzips für neuromorphe optische Systeme sowie ihre grundlegenden Ergebnisse zum topologischen Transport entfalten in der wissenschaftlichen Gemeinschaft eine starke Wirkung“, begründet die Jury ihre Entscheidung in einer offiziellen Stellungnahme.
„Über diese Anerkennung meiner Arbeit freue ich mich sehr und sehe diese als Inspiration für die Zukunft“, so Wanjura. „Besonders freue ich mich darauf, gemeinsam mit meiner Gruppe weiterhin an diesen spannenden Themen zu forschen.”
Clara Wanjura widmet sich mit ihrer Forschungsgruppe ›Topologie und Neuromorphes Computing‹ Fragestellungen an der Schnittstelle von Quantenoptik, Festkörperphysik und maschinellem Lernen. Dabei konzentriert sie sich auf das grundlegende Verständnis komplexer Systeme, um neue Impulse für quantentechnologische und klassische Anwendungen zu setzten. Dabei verfolgt sie zwei Forschungsrichtungen: neuromorphe Systeme, die perspektivisch den Energiebedarf von Rechenoperationen reduzieren sollen, und nicht-hermitische topologische Phänomene in offenen Systemen, die Energie mit ihrer Umgebung austauschen können. Durch ihre kreativen Ansätze gelang es Wanjura, diese beiden Gebiete entscheidend voranzubringen und neue theoretische Grundlagen zu entwickeln, so die DPG.
Die Preisverleihung findet am Dienstag, den 17. März 2026, während der 89. DPG-Jahrestagung und Frühjahrstagung der Sektion Materie und Kosmos (SMuK) in Erlangen statt.
Über Dr. Clara Wanjura
Nach dem Studium an der Universität Ulm forschte Clara Wanjura von 2018 bis 2022 als Doktorandin am Cavendish Laboratory der University of Cambridge. Anschließend kehrte sie nach Deutschland zurück und arbeitete bis Ende 2024 als Postdoktorandin in der Theorie-Abteilung unter der Leitung von Direktor Prof. Florian Marquardt am MPL. Seit Anfang 2025 leitete sie dort ihre Minerva-Fast-Track-Gruppe ›Topologie und Neuromorphes Computing‹, die kürzlich in eine eigene unabhängige Forschungsgruppe überging.
Über den Gustav-Hertz-Preis
Der Gustav-Hertz-Preis soll eine hervorragende, kürzlich abgeschlossene Arbeit eines oder mehrerer junger Physiker*innen auszeichnen und so dem Ansporn des Nachwuchses dienen. Dabei soll die auszuzeichnende Arbeit aus den Gebieten der experimentellen oder theoretischen Physik stammen, einen gewissen Abschluss zeigen und neue Erkenntnisse enthalten. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 7.500 Euro dotiert.