Gerd Leuchs bei der Abschlusszeremonie des Internationalen Jahres der Quantenwissenschaft und -technologie

Das Jahr 2025 wurde von den Vereinten Nationen zum Internationalen Jahr der Quantenwissenschaft und -technologie (International Year of Quantum Science and Technology, IYQ) ausgerufen. Anlass war das 100-jährige Jubiläum der Quantenmechanik – die auch die Forschung am Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts (MPL) bis heute prägt. Im Februar fand in Ghana die feierliche Abschlusszeremonie statt.

Der Ausrufung eines internationalen Jahres durch die Vereinten Nationen geht ein mehrstufiges internationales Verfahren voraus, in dem eine nationale Delegation das Thema auf die Agenda setzt. Im Rahmen der Vorentscheidung bei der UNESCO wurde die Initiative von der mexikanischen Delegation eingebracht. Die Delegation aus Ghana unterstützte den weiteren Prozess und trug dazu bei, dass der Antrag schließlich in die Vollversammlung der Vereinten Nationen eingebracht wurde.

Parallel dazu schlossen sich Dutzende nationale wissenschaftliche Gesellschaften zusammen, um im Rahmen des IYQ mit vielfältigen Programmen und Aktionen die Öffentlichkeit für die Bedeutung der Quantenphysik und ihre praktischen Auswirkungen auf zahlreiche Lebensbereiche zu sensibilisieren. Die einjährige weltweite Initiative fand in Ghana ihren feierlichen Abschluss und setzte ein starkes internationales Zeichen. Vertreter*innen aus Wissenschaft, Politik und Organisationen aus zahlreichen Ländern kamen zusammen, um Bilanz zu ziehen und zugleich den Blick in die Zukunft zu richten. Zu den geladenen Gästen gehörte auch Prof. Gerd Leuchs, Emeritus-Direktor des MPL, der die Initiative bereits im Vorfeld als Repräsentant und ehemaliger Präsident von Optica begleitet hatte.

„Die Kampagne für ein internationales Jahr der Quantenwissenschaft begann vor einigen Jahren, insbesondere unter der Führung der American Physical Society (APS) und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG)“, erläutert Leuchs. Andere physikalische Fachgesellschaften hätten sich rasch dieser Initiative angeschlossen, führt er fort. 

„Das IYQ markierte das hundertste Jubiläum der entscheidenden Arbeiten von Werner Heisenberg und Erwin Schrödinger, in denen sie eine mathematische Formulierung der Quantenmechanik entwickelten. Rückblickend wird die Revolution in der Physik zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die zu diesem Meilenstein führte, heute als erste Quantenrevolution bezeichnet. Die darauffolgende zweite Quantenrevolution, die bis heute andauert, befasst sich mit den neuen Möglichkeiten, die sich aus der Kontrolle einzelner Quantensysteme ergeben“, so Leuchs. Gerade die schwer zu fassenden Phänomene der Quantenphysik träten erst zutage, wenn man mit einzelnen gut kontrollierbaren Quantensystemen experimentieren könne, was dann zu ganz neuen Anwendungen führe. Vor 100 Jahren sei dies noch nicht möglich gewesen.

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