Internationales Quanten-Symposium zu Ehren des MPL-Gründungsdirektors Gerd Leuchs
Anlässlich des 75. (+1) Geburtstags von Gerd Leuchs, Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für die Physik des Lichts (MPL), fand am 25. und 26. Juni 2026 ein internationales Symposium statt. Über zwei Tage hinweg gaben hochkarätige internationale Wissenschaftler*innen und Wegbegleiter*innen von Gerd Leuchs Einblicke in aktuelle Forschungsthemen und Entwicklungen der Quantenwissenschaften und -technologien.
27 aktive Programmpartner*innen sowie über 100 Teilnehmende folgten dem Ruf nach Erlangen und feierten die fünf Jahrzehnte umfassende wissenschaftliche Karriere von Prof. Gerd Leuchs. Er gilt als Gründungsvater des ersten Max-Planck-Instituts in ganz Nordbayern, das 2009 eröffnet wurde. Grund genug, um zu seinem 76. Geburtstag gemeinsam mit Weggefährten den außergewöhnlichen Lebensweg und das bis heute andauernde wissenschaftliche Wirken des Emeritus-Direktors zu beleuchten.
MPL-Direktor und Leiter der Theorieabteilung, Prof. Florian Marquardt, eröffnete gemeinsam mit Prof. Gerd Leuchs das Symposium. Marquardt hob in seinem Grußwort die wichtigsten Stationen Leuchs’ auf dem Weg zur Institutsgründung hervor: Beginnend als Professor für Physik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und Leiter des Instituts für Optik, initiierte Leuchs 2002 eine Max-Planck-Forschungsgruppe ›Optik, Information und Photonik‹ in Erlangen, aus der 2009 das heutige Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts hervorging. 2016, vor genau zehn Jahren, bezog das Institut sein eigenes Gebäude in der Staudtstraße.
Als bedeutendste Begleiter nannte Marquardt zum einen Prof. Herbert Walther, Doktorvater von Leuchs, der zeitlebens ein wichtiger wissenschaftlicher Berater und Freund bleiben sollte. Zum anderen nannte er Direktorenkollege Prof. Philip Russell, der 2005 nach Erlangen kam, sowie Sir Peter L. Knight, der als Vorsitzender der Evaluierungskommission die Weichen für die Institutsgründung mitstellte. Sowohl Russell als auch Knight übernahmen als Referenten aktive Programmpunkte.
Die wissenschaftliche Ausrichtung der Tagung, welche unter anderem zwei Podiumsdiskussionen umfasste, orientierte sich an den Forschungsschwerpunkten des Gründungsdirektors im Spannungsfeld zwischen klassischer Optik und Quantenoptik. Dazu gehören Interferometrie, Mikroskopie, Quanten-Metrologie und Quanten-Informationsverarbeitung, Felder, die Leuchs mitgeprägt hat. Weitere Themen waren Quantenkommunikation, auch über Freistrahl- und Satellitenstrecken, Faseroptik und nichtlineare Quantenoptik sowie die Grundlagenforschung der Quantenoptik. Unter den Referent*innen waren namhafte Vertreter*innen der Wissenschaftsgemeinschaft zu finden. Neben Knight und Russell zählten zu den Vortragenden u. a. Prof. Wolfgang Schleich, Prof. Peter Lambropoulos, Prof. Elisabeth Giacobino, Prof. Robert Boyd, Prof. Maria Chekhova, Prof. Christine Silberhorn, Prof. Peter Drummond, Prof. Margaret Reid, Prof. Klaus Rith, Prof. Luis Sánchez-Soto, Prof. Natalia Korolkova, Prof. Andreas Tünnermann, und Prof. Ulrik Andersen. Die Podiumsdiskussionen wurden geprägt von Prof. Berge Englert, Prof. Janos Bergou, Prof. Gunnar Björk, Prof. Norbert Lütkenhaus und Prof. Christopher Eichler.
In den Beiträgen, die als gelungene Mischung Forschungserfolge vergangener Tage mit aktuellen wissenschaftlichen Projekten der Quantenwissenschaften und -technologien verbanden, zeichneten die Laudatoren das Bild eines außergewöhnlichen Physikers: neugierig, brillant und zugleich bescheidenen.
Eine Botschaft zog sich unisono durch die Beiträge – als Emeritus-Direktor mag für Gerd Leuchs eine offizielle Berufsbezeichnung enden, aber niemals die Berufung: die des Wissenschaftlerseins.
Begleitet wurde das wissenschaftliche Programm von großer Wiedersehensfreude der Teilnehmer*innen. So sagte Knight am Rande der Tagung: „He’s a friend of great brilliance. So, you know, we really wanted to be able to celebrate his enormous achievements. […] Gerd ran a meeting in Munich to see whether it was possible for people working together to do something that would really change our ability, for example, to measure gravity waves. And that was the most extraordinary thing because it propelled this whole community forward in a new direction.“
Russell ergänzte: „He’s been a wonderful colleague. Very supportive, a fantastic problem solver. […] he would always know who to call up and talk to and see to sort problems out. So wonderful. I mean, he has really made this institute happen, I mean, it’s because of his skills with people, his ability to influence people, to persuade people. That has given Middle Franconia this Max Planck Institute.“
© Fotos: MPL