LIGHT – A Multifaceted Phenomenon

Unter dem Titel „Light a multifaceted Phenomenon“ beging das MPL den diesjährigen Internationalen Tag des Lichts mit einer zweiteiligen Vortragsserie.

Wissenschaftsinteressierte wie Wissenschaftler*innen begeisterten sich im ersten Vortragsblock gleichermaßen für die außergewöhnlichen, populärwissenschaftlichen Vorträge von MPL-Research Group Leader Dr. Hanieh Fattahi und Dr. Leonhard Möckl. Anschließend startete eine neue Seminarreihe der MPL-Assoziierten Gruppen mit Beiträgen von Prof. Christoph Marquardt und Prof. Dr. Peter Hommelhoff von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

 

Dr. Hanieh Fattahi: „Solarlaser – ​Hochenergetisch, nachhaltig erzeugt“

Ihren Vortrag widmete die unabhängige Leiterin der Forschungsgruppe „Femtosecond Fieldoscopy“ den aktuellen und prospektiven Möglichkeiten zur Nutzung von Solarenergie, als langfristige erneuerbare Energiequelle. Sie betonte den enormen Energiebedarf der Menschheit bis zum Ende des Jahrhunderts und stellte diesen der gigantischen Menge solarer Energie gegenüber, die tagtäglich von der Sonne ungenutzt auf die Erde abgestrahlt wird. Trotz ihres riesigen Potenzials ist derzeit der Beitrag der Solarenergie zur Deckung des globalen Energiebedarfs überraschend gering. In ihrem Vortrag erläuterte Fattahi die Ursachen dafür, mit welchen Herausforderungen sich Wissenschaft und Technik konfrontiert sehen und informierte über die aktuelle Forschung am MPL zur Nutzung des Sonnenlichts.

Hier finden Sie das Video zu dem Vortrag.

Dr. Leonhard Möckl: “Synaesthesia – when sound and color interact”

Der Leiter der unabhängigen Forschungsgruppe „Physikalische Glycowissenschaften“ erläuterte in seinem Vortrag das faszinierende Phänomen der Synästhesie. Dabei handelt es sich um ein Wahrnehmungsphänomen einer Person, bei der ein spezifischer Reiz einen zweiten Sinneseindruck auslöst, – wie etwa ein bestimmter akustischer Reiz (Ton) die gleichzeitige Wahrnehmung eines konkreten Farbtons bewirkt. Leonhard Möckl behandelte die Thematik sowohl aus der Sicht der Erkenntnistheorie als auch aus der Perspektive der Neurowissenschaften. Das Publikum erhielt eine kurze Einführung in die Theorien der Synästhesie mit Fokus auf die Bedeutung für die Philosophie des Geistes.

Das Video zu dem Vortrag ist hier verfügbar.

Prof. Dr. Peter Hommelhoff: Ultraschnelle Steuerung von Elektronen mit Licht

IIn seinem Übersichtsvortag stellte Prof. Dr. Peter Hommelhoff vom Lehrstuhl für Laserphysik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Department Physik seine jüngsten Forschungsaktivitäten vor, die sich um neue Wege der Elektronenkontrolle auf der Basis von Licht drehen. Dabei forscht seine Gruppe an einem On-Chip-Laser-Teilchenbeschleuniger sowie an der quantenkohärenten Kopplung von Elektronen und Licht. Seine Aktivitäten umfassen weiterhin Untersuchungen zu Elektronenemissions- und Korrelationsmessungen, letztere in Kooperation mit der Chekhova-Gruppe am MPL, sowie Attosekundenphysik an der Oberfläche von Festkörpern. In einer dritten Forschungsrichtung befasst sich sein Team mit Elektronen in Graphen. Der Vortrag gab einen Überblick über die jüngsten Aktivitäten von Hommelhoffs Forschungsgruppe.groups.

Den kompletten Vortrag finden Sie hier hier.

Prof. Christoph Marquardt: “Quantum communication from space and on the ground”

In den letzten Jahren wurde die Nutzung der Quantenmechanik zur Verbesserung der Informationsverarbeitung sowohl auf grundlegender als auch auf technischer Ebene untersucht. Dabei geht es um die Fähigkeit, komplexe Probleme mit Quantencomputern zu lösen oder die Empfindlichkeit von Sensoren zu verbessern. Bedeutend für die meisten dieser Anwendungen ist die Übertragung von Quantenzuständen. Diese Thematik eruierte Prof. Christoph Marquardt, Lehrstuhl für Optische Quantentechnologien, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Department Physik in seinem Vortrag. Konkret beleuchtete er die Herausforderung der Quantenkommunikation, da Quantenzustände dazu neigen, zu zerfallen, sobald sie mit ihrer Umgebung interagieren. Er wies darauf hin, dass die Quantenkommunikation nicht nur die Verbindung künftiger Quantencomputer bietet, sondern auch eine neue Möglichkeit in der Kryptografie. Der Vorteil der Methode, so Marquardt, sei die Option der zusätzlichen Quantifizierung der Sicherheit. In seinem Vortrag stellte Christoph Marquardt konzeptionelle und experimentelle Fortschritte auf dem Weg zu einer quantensicheren Infrastruktur am Boden vor und erläuterte wie die Verwendung einer satellitengestützten Quantenschlüsselverteilung die Quantenkommunikation aus dem Weltraum als weltweite, langfristig sichere Kommunikationsmethode ermöglicht. Der Physiker skizzierte seine aktuellen Forschungsprojekte, darunter den ersten deutschen Quantenkommunikationssatelliten, der im Juli dieses Jahres gestartet werden soll.

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Über den Tag des Lichts

Die Erforschung des Lichts hat zu vielversprechenden alternativen Energiequellen, lebensrettenden medizinischen Fortschritten in den Diagnose- und Behandlungstechniken, zum Internet in Lichtgeschwindigkeit und zu vielen anderen Entdeckungen geführt, die die Gesellschaft revolutioniert und unser Verständnis des Universums geprägt haben. Diese Technologien wurden durch jahrhundertelange Grundlagenforschung zu den Eigenschaften des Lichts entwickelt - beginnend mit Ibn Al-Haythams bahnbrechendem Werk Kitab al-Manazir (Buch der Optik), das 1015 veröffentlicht wurde, bis hin zu Einsteins Arbeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die unser Denken über Zeit und Licht veränderte.

Der Internationale Tag des Lichts wird jedes Jahr am 16. Mai begangen, dem Jahrestag des ersten erfolgreichen Einsatzes des Lasers im Jahr 1960 durch den Physiker und Ingenieur Theodore Maiman. Dieser Tag ist ein Aufruf, die wissenschaftliche Zusammenarbeit zu verstärken und ihr Potenzial zur Förderung von Frieden und nachhaltiger Entwicklung zu nutzen.


Quelle: www.unesco.org/en/days/light

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