Physik aus Erlangen in Regensburg: Flore Kunst erhält Bernhard-Heß-Preis 2026
Für ihre Arbeiten auf dem Gebiet der „topologischen Physik – insbesondere der nicht-hermiteschen und topologischen Phänomene in offenen Systemen“ wird Dr. Flore Kunst mit dem Bernhard-Heß-Preis 2026 ausgezeichnet. Kunst leitet eine Lise-Meitner-Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts in Erlangen.
Mit ihrem Team entwickelt sie mathematische Beschreibungen offener physikalischer Systeme. Sie berücksichtigen Umwelteinflüsse wie Energiegewinn und -verlust und gelangen zu sogenannten nicht-Hermiteschen Beschreibungen der Systeme. Dieser Ansatz ist beispielsweise für die Quantenoptik, Elektronik, mechanische Metamaterialien, nicht-konservative biologische Systeme sowie Quantensysteme von großer Bedeutung. Kunst untersucht dabei die Nicht-Hermitezität im Kontext der Topologie, einem Teilgebiet der Mathematik. Die Kombination von nicht-Hermiteschen Ansätzen mit Topologie hat sich zu einem neuen, schnell wachsenden, interdisziplinären Forschungsfeld entwickelt. Nun hat Kunst die ›Dozentur Professor Bernhard Heß‹ 2026 erhalten.
Dr. Flore Kunst sei durch ihre wissenschaftlichen Arbeiten und konzeptionelle Führungsstärke eine herausragende Nachwuchswissenschaftlerin der zeitgenössischen theoretischen Physik, so Prof. Dr. Milena Grifoni, Dekanin Physik der Universität Regensburg, während der Preisverleihung. Sie habe zentrale theoretische Rahmenwerke entwickelt, die Konzepte wie Robustheit, Symmetrie und Lokalisierung neu definieren. Ihre Arbeite hätten das Verständnis offener Quantensysteme und photonischer Systeme nachhaltig geprägt, betont die Dekanin in ihrer Laudatio.
Die Preisverleihung fand am 6. Februar 2026 im Rahmen des Tags der Physik der Universität Regensburg statt.
Über die Universitätsstiftung Bernhard Heß
Die Stiftung verleiht im Fachbereich Physik einen jährlichen Förderpreis ›Dozentur Professor Bernhard Heß‹ in Höhe von 2.000 Euro. Diese Auszeichnung gibt herausragenden externen Nachwuchswissenschaftler*innen die Gelegenheit, Gastvorlesungen in Regensburg innerhalb des Fachgebiets zu halten und dient dazu, das Lehrangebot an der Universität zu bereichern.