Quantenkommunikation: Der Schlüssel zur abhörsicheren Zukunft
Unter dem Titel ›Sicherheit im Netz – So helfen Quantenschlüssel‹ beschäftigt sich eine Folge des Magazins ›17:30 SAT1 Bayern‹ mit dem hochaktuellen Thema Quantenkommunikation. Als Experte tritt dabei Forschungsgruppenleiter Prof. Christoph Marquardt vom Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts (MPL) mit seinem Team auf.
Die Quantenkommunikation basiert auf dem Austausch von verschränkten Quantenzuständen und ermöglicht sichere Datenübertragungen sowohl über kurze als auch über große Distanzen von mehreren Hundert Kilometern. Besonders im Kontext der Entwicklung leistungsstarker Quantencomputer, die klassische Verschlüsselungsverfahren potenziell kompromittieren könnten, gewinnt diese Technologie an Bedeutung. Um zukünftige Kommunikationssysteme gegen solche Bedrohungen abzusichern, forschen Wissenschaftler*innen an abhörsicheren Quantenschlüsseln, die auf den Prinzipien der Quantenmechanik beruhen.
Das Team von Prof. Marquardt, der zudem den Lehrstuhl für ›Optische Quantentechnologien‹ an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg innehat, untersucht Methoden zur zuverlässigen Verteilung von Quantenschlüsseln (Quantum Key Distribution, QKD) zwischen Sender und Empfänger. „Das ganz Interessante ist, dass wir hier eigentlich einen Laser nehmen, etwas, das man sehr oft benutzt. Aber wir modulieren den Laser wirklich sehr, sehr wenig, tatsächlich im Quantenbereich. Das ist genug, um solche Quantenschlüssel auszutauschen“, erklärt Prof. Marquardt.
Die Sicherheit der Quantenschlüssel beruht auf fundamentalen quantenmechanischen Prinzipien: Messinduzierte Störungen sowie das No-Cloning-Theorem verhindern eine unbemerkte Manipulation. Quantenzustände werden zwischen zwei Empfängern ausgetauscht, die durch Messung spezifischer Quanteneigenschaften feststellen können, ob eine externe Einflussnahme – also ein Abhörversuch – stattgefunden hat. Jeglicher Zugriff durch einen Dritten führt zwangsläufig zu messbaren Störungen im Quantenzustand, da unbekannte Quantenzustände weder exakt kopiert noch störungsfrei gemessen werden können. Diese Störungen manifestieren sich als Fehler in der Übertragung und signalisieren eine potenzielle Abhörung.
Die Forschung im Bereich der Quantenkommunikation stellt somit einen bedeutenden Schritt zur Entwicklung zukünftiger, abhörsicherer Kommunikationsnetze dar, die selbst gegenüber Angriffen durch leistungsfähige Quantencomputer resistent sind.
Den kompletten Beitrag gibt es hier in der Mediathek.